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[zu „Der Priester in Almas Salon“]
Die vorliegende Biografie stellt ein Desiderat der österreichischen Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts dar. Anhand neuer Quellen wird ein Stück Kirchengeschichte mit spannenden Bezügen zur Politik-, Literatur- und Kulturgeschichte der Ära des Ständestaates sowie des Nationalsozialismus geschrieben, das bisher ausgespart geblieben ist. […] Friedrich Buchmayr hat gründliche Quellenforschung betrieben. Er reiht die biografischen Daten nicht einfach aneinander, sondern bringt sie in interessante kulturgeschichtliche Vernetzungen. So erfährt man als LeserIn gleichzeitig vieles über das Society-Phänomen Alma Mahler-Werfel, über die Ära des Ständestaates und über Ereignisse um Franz Werfel, Thomas Mann, Sigmund Freud, Fritz Wotruba und andere. Der Autor arbeitete auch wichtige Differenzierungen heraus. […]
Gesamt gesehen liegt ein interessantes, empfehlenswertes Werk vor, das methodisch auf der Höhe geschichtswissenschaftlicher Standards steht und thematisch mehrere Lücken schließt – in der Geschichte des Stiftes St. Florian, in der Linzer Diözesangeschichte, in der oberösterreichischen Landesgeschichte und in der österreichischen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Helmut Wagner, Jahrbuch der Österreichischen Augustiner-Chorherren-Kongregation 2004
Selten konnte man in einer biographischen Studie so viel Neues und Erhellendes für die Geschichtsschreibung lesen wie im Fall von Friedrich Buchmayrs Buch über Johannes Hollnsteiner.
Evelyn Adunka, Illustrierte Neue Welt Nr. 8/9 (August/September) 2004
Der eben erschienene Band über den einstigen Ordenspriester Johannes Hollnsteiner ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: einmal, weil er ein Oberösterreicher war, dann aber auch, weil der Misch-Bereich von Politik, Kulturpolitik und Kirche bisher wenig erforscht und auch wenig beleuchtet wurde. Dazu kommt, dass hier vor allem die Zeit unmittelbar vor dem „Anschluss“ im Mittelpunkt der Darstellung steht.
Dann die Tatsache, dass heikle Themen keineswegs ausgelassen oder umgangen, sondern im Gegenteil gründlich, verständlich, aber auch interessant dargestellt werden, etwa der Antisemitismus jener Jahre und das ambivalente Verhältnis der verschiedenen Exponenten des Ständestaates zu diesem Problem. […] Der Bibliothekar des Stiftes St. Florian zeichnet dieses Leben nach, oft genug in harten und unmissverständlichen Formulierungen. Er wertet nicht nur sorgfältig die sehr umfangreiche Literatur [aus], ihm standen auch bisher unveröffentlichte Quellen zur Verfügung.
Harry Slapnicka, Kulturbericht Oberösterreich 57 (2003)
Friedrich Buchmayr hat für seine Biographie nicht nur zeitgenössische Publikationen und Erinnerungen sowie die wichtigste Sekundärliteratur herangezogen, sondern auch in nicht weniger als 18 Archiven gearbeitet. […] Dazu kamen mehrere mündlich und schriftlich geführte Interviews. Das Resultat ist die vorbildlich recherchierte politische Biographie eines offenbar bedenkenlosen Karrieristen.
Herta Blaukopf, Nachrichten zur Mahler-Forschung Nr. 51 (2004)
Ihr Buch ist nicht nur spannend vom Anfang bis zum Ende, sondern außerordentlich informativ. An Hand der Biographie Hollnsteiners bekommt der Leser tiefe Einblicke in sehr unterschiedliche politische und soziale Zusammenhänge. Das Buch ist geradezu vorbildlich recherchiert und dokumentiert, jede Behauptung ist klar belegt, die Wertungen sind meines Erachtens außerordentlich objektiv und lassen das Bemühen, die Geschehnisse aus ihrer jeweiligen Zeit heraus zu beurteilen, erkennen. Alles in allem: ein großer Wurf, auf den Sie, aber meines Erachtens auch das Stift St. Florian stolz sein kann.
Norbert Reimann, Historiker und Archivar, per Mail vom 6. August 2003